Screenshot Uber Eats Paris

Uber Food Delivery vor Markteintritt in der Schweiz?

Im Frühjahr 2016 suchte Uber Eats in Zürich bereits nach Mitarbeitenden. Seither hört man wenig vom Vorhaben des Technologiekonzerns, hier mit einem Food-Delivery-Angebot zu starten. Doch diese Ruhe kann täuschen.

Nach wie vor herrscht Stillschweigen darüber, wie weit fortgeschritten die Pläne von Uber sind, in der Schweiz auch im Markt der Essenslieferungen einzusteigen. Auf Anfrage der Handelszeitung wollte Uber am 27. September 2016 kein Startdatum bekannt geben. Beruhigen sollte dies die hiesigen Fahrradkurierfirmen keinesfalls. Fast über Nacht – zumindest nur wenige Tage nach der entsprechenden Mitteilung – startet Uber Eats diese Woche in Amsterdam. In London und in Paris konkurenziert Uber die etablierten Food-Kurierfirmen bereits. In Übersee sowieso. Und an den meisten Orten sind im Essensliefergeschäft Fahrradkurier*innen im Einsatz für Uber.

Darf man annehmen, dass Uber seinem Velokurierpersonal ähnliche Arbeitsbedingungen bietet wie seinen Taxifahrer*innen, so ist schnell klar: Restaurants haben in Zukunft die Wahl, ob sie im Home-Delivery entweder eigenes Kurierpersonal beschäftigen, mit richtigen Kurierfirmen weiter zusammenarbeiten, oder auf die Dienste des wohl deutlich billigeren Uber Eats setzen wollen. Führt man sich vor Augen, dass viele Wirtshäuser heute mehr schlecht als recht überleben, ist es nicht ganz abwegig zu befürchten, dass nicht Wenige zu Uber wechseln könnten. Auch wenn dort den Fahrer*innen abwegige Arbeitsbedingungen geboten werden dürften. Uber betrachtet seine Taxifahrenden bekanntermassen als selbständige Sub-Unternehmer, für welche Uber keine Sozialabgaben entrichtet, keinen Versicherungsschutz bietet, keine Erwerbsausfallabsicherungen, keine bezahlten Ferientage, … Logisch, können anständige Arbeitgebende nicht mithalten im Wettbewerb um die preisgünstigste Fahrt. Das wird bei den Fahrradkurier-Fahrer*innen kaum anders sein. Darum: Wer für Uber auf der Strasse unterwegs ist, hat verloren! Dass an einzelnen Orten die regionalen Sozialversicherungsanstalten begannen, dieser Geschäftspolitik von Uber entgegen zu treten, ist ein Lichtblick für die Beschäftigten – aber noch lange keine Garantie für soziale Sicherheit.

Die etablierten Fahrradkurierbetriebe die sich eine Position im Food Home Delivery aufgebaut haben, oder eine solche anstreben, sind auf alle Fälle gut beraten, wenn sie sich bei ihren Gastro-Partnern sorgfältig absichern und ihre Strategie den drohenden Veränderungen anpassen. Im Interesse ihres Geschäftes und im Interesse ihrer Beschäftigten!

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