Viele Schichten halten Messengers warm

Winterfest. Selbstverständlich.

Zuverlässig bei Hitze im Sommer und bei tiefen Minustemperaturen im Winter kommt die Frage: Wie macht ihr Messengers das? So:

Kaum eine Zeitung schafft es ohne die Saisonale Frage zu stellen, wie Menschen bei extremen Temperaturen im Freien arbeiten können. Immer wieder werden dabei auch Velokurier-Mitarbeitende um ein Statement gebeten. Mit der gleichen Geduld wie wir anderen Verkehrsteilnehmenden zur Rushhour begegnen, beantworten wir die immer gleichen Fragen nach der geeigneten Winter-Kurierausrüstung sehr gerne. Und weil selbst wir in der warmen Stube der fahrradkurier.ch-Redaktion mit solchen Anfragen konfrontiert sind, hier die persönliche Antwort unseres Herausgebers.

2017 january Zurich
Veloblitz im Winter

Grundsätzlich ist Kurierfahren im Winter wenig anders als Wintersport. Und dafür gibt es heutzutage wunderbare, funktionale Kleidung. Es empfiehlt sich, mehrere dünne Kleidungsschichten anzuziehen und eine zusätzliche Schicht Oberkörperkleidung im Kurierrucksack bereit zu halten zum anziehen während Arbeitspausen. Für den Kuriereinsatz speziell ist, dass sich Zeiten, in denen man ins Schwitzen kommt, abwechseln mit Momenten, wo gerade kein Auftrag zu erledigen ist.

In der Kälte feuchtgeschwitzt herumstehen ist nicht so toll. Darum sollten zumindest die untersten Kleidungsschichten atmungsaktiv sein. Auf diesen Winter hin habe ich mir ein langärmliges Thermo-Kompressionsshirt von Skins zugelegt, das ich direkt auf der Haut trage. Das gehört zwar zu den teuersten Kleidungsstücken die ich jemals erstand, es ist aber wohl eine der besten Investitionen meines Lebens: Egal ob Schneeregen oder minus 12 Grad, gefroren habe ich damit am Oberkörper nie mehr! Natürlich trage ich darüber weitere Schichten: ein kurzes Biketrikot, ein Langarm-Veloblitztrikot und eine Langlaufjacke von Salomon in den Veloblitzfarben schwarz/gelb. Fällt Niederschlag, käme dazu meine unverwüstliche Regenjacke, die mir schon beim Trekking in Sibirien gute Dienste leistete.

Die Beine packe ich im Winter in – je nach Temperatur verschieden dicke – Winterradsporthosen, darüber eine knielange Bikehose mit Taschen für Schlüssel etc. Den Abschluss zu den Schuhen bilden als persönliche Accessoires Stulpen, die besondere farbliche Akzente setzen. Pink, gelb, violett, … egal. Ich mag das. Besonders an trüben Tagen.

Weil alles nur halb so toll ist, wenn man vor Kälte die Zehen nicht mehr spürt, gönne ich den Füssen Socken aus isolierendem Mischgewebe. Die Socken meiner Wahl (Porelle) haben etwa die Konsistenz von Neopren. Bei ganz üblen Bedingungen kommen zusätzlich Wollensocken und dünne Plastiksäcklein darüber, bevor die so verpackten Füsse in die Veloschuhe gesteckt werden. Es gilt ja zu bedenken: Auf der Unterseite sind in meinen Schuhen Platten für die SPD-Pedale eingelassen – Schwachstellen in den Sohlen im Bezug auf Wasser und Temperatureinfluss, ganz besonders wo es im Kuriereinsatz gilt, immer wieder einige Meter durch Schnee und Matsch zu stapfen. Darum muss innerhalb des Schuhs eine warme, wasserdichte Sphäre geschaffen werden.

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